Invasive Pflanzen und Tierarten im Oberrheingebiet

Plenarsitzung vom 19. Juni 2017

Der Oberrheinrat in seiner Plenarsitzung vom 19. Juni 2017, auf Vorschlag der Kommission Landwirtschaft – Umwelt und angesichts der Schwere der Probleme im Zusammenhang mit der Ausbreitung invasiver Arten:  

 

  1. besteht mit Nachdruck auf der Notwendigkeit, im gesamten Oberrheingebiet koordinierte Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen auf trinationaler Ebene zu ergreifen,

 

  1. fordert, dass die Bürgerinnen und Bürger über das Vorhandensein invasiver Pflanzen- und Tierarten im Oberrheingebiet, über die diesbezüglichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken und über die Präventionsmaßnahmen, die zum Schutz davor zu ergreifen sind, informiert werden,

 

  1. wünscht, dass professionell tätige Saatguthändler, Landschaftsgestalter und Landwirte im Hinblick auf diese Maßnahme sensibilisiert werden, um den Einsatz lokaler Pflanzenarten zu fördern,

 

  1. empfiehlt eine systematische Berichterstattung, die Erarbeitung gemeinsamer Instrumentarien zur Bestandsaufnahme und Überwachung der im Oberrheingebiet am meisten verbreiteten Arten, die Implementierung einer frühzeitigen Erkennung und Überwachung der gefährlichsten Arten (Frühwarnnetzwerk) sowie die Entwicklung des grenzüberschreitenden Austauschs guter fachlicher Praxis,

 

  1. ermutigt zur Bekämpfung invasiver Pflanzen mit innovativen und umweltschonenden Methoden wie beispielsweise Bioweidetechniken,

 

  1. ruft die zuständigen Behörden dazu auf, dauerhaft Finanzierungsquellen zu gewährleisten, um grenzüberschreitende Netzwerke zu gestalten. In diesem Kontext stellen die europäischen Fonds einen sehr interessanten finanziellen Hebel dar, wie dies das Projekt INTERREG V „InvaProtect – nachhaltiger Pflanzenschutz gegen invasive Schaderreger im Obst- und Weinbau“ beweist. Ein zweites Projekt ist derzeit im Entstehen begriffen. Darin geht es um eine wissenschaftliche und technische Unterstützung für Verwaltungen und Institutionen zur Evaluierung und zum Management des gesundheitlichen Risikos im Zusammenhang mit invasiven Mücken.

 

  1. plädiert für eine engere Zusammenarbeit zwischen der Oberrheinkonferenz und dem Oberrheinrat zur bestmöglichen Bekämpfung invasiver Pflanzen- und Tierarten.

 

Der Oberrheinrat richtet diese Resolution an folgenden Empfängerkreis:

 

  • in Frankreich: an das Ministerium für Umwelt, Energie und Meer und an die Präfektur der Region Grand Est;

  • in Deutschland: an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, an das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden‑Württemberg, an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und an das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz;

  • in der Schweiz: an das Bundesamt für Umwelt und an die Nordwestschweizer Regierungskonferenz;

  • an die Oberrheinkonferenz.

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